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IPGATE AG · IP-Portfolio A · Teilportfolio A2
Fortschrittliche Brake-by-Wire-Technologien – MUX-Modulation, HDS 1.0, Pedalgefühlsimulation, 1-Box-Architektur
Übersicht
Das Portfolio A2 erweitert die IBS-Innovationsbasis um MUX-gesteuerte Druckregelung, hochdynamische Druckregelung der ersten Generation (HDS 1.0 / Plunger Flow Control), Pedalgefühlsimulation mit On-Board-Diagnose, Sensorintegration sowie die Brake-by-Wire-Systemarchitektur mit einem Ein-Kreis-Plunger. Zusammen mit dem Portfolio A1 (IBS Basic) bildet dieses Portfolio die vollständige IBS-Technologieplattform der IPGATE AG.
Das Portfolio umfasst 5 Patentfamilien mit 26 Patentdokumenten und 61 Kern-Erfindungen in 6 Rechtsordnungen (EP, DE, US, CN, IN, KR). Die Patentfamilie E102 – die HDS 1.0, die kaskadierte Kolben-Durchflussregelungsarchitektur, abdeckt – ist die zentrale Technologieplattform, die A1 und A2 gemeinsam nutzen, und bildet die konzeptionelle Brücke zu Portfolio B (HDS 2.0, E141).
Die letzte Produktfamilie, E132, stellt die erste vollständige „Brake-by-Wire“-Systemarchitektur mit einem Ein-Kreis-Kolben dar – eine Konstruktion, die zum Vorbild für moderne elektrohydraulische Ein-Box-Bremssysteme wurde, die heute weltweit von zahlreichen Tier-1-Zulieferern eingesetzt werden.
Technologische Entwicklung
Die Patentfamilien in Portfolio A2 dokumentieren die technologische Entwicklung der IBS-Plattform über vier Generationen hinweg.
Grundlagen der MUX-ABS-Druckmodulation in einem geschlossenen Bremskreis. Kartengestützte Zustandsregelung auf Basis von Kolbenhub, Motorstrom und p-V-Kennlinie. Sequenzielle Druckregelung mit einem einzigen Stellglied. Adaptive Vordruckregelung zur NVH-Optimierung. Alle 6 Ansprüche der E90DE wurden vom Patentgericht endgültig bestätigt.
Einführung eines Teil- bzw. Simultanbetriebs über eine kaskadierte Regelarchitektur (innerer Regelkreis: Kolbenposition/-geschwindigkeit; äußerer Regelkreis: Solldruck über p-V-Kennlinie) und radselektive PWM-Ventilmodulation. Überwindung der zentralen MUX-Beschränkung: erstmals gleichzeitiger Druckaufbau und -abbau an mehreren Radbremsen.
Vier technologische Kanäle: Kolbenfluss (E102EP), Ventilmodulation (E102DE/DE1), Druckkurve (E102DE2) und Druckmodell (E102DE4). Anbindung an HDS 2.0 über bidirektionalen Volumenstrom (E102DE2-A35).
Mit dem E122 wurde der kostengünstige Pedalgefühlsimulator (nichtlineare Rückstellfeder mit Elastomer) und dessen Integration in den geschlossenen Bremskreis etabliert – heute Standard in Ein-Box-Systemen. Der E128 bietet eine kompakte Multisensor-Integration auf einer gemeinsamen Leiterplatte mit direkten Verbindungen zur Steuereinheit – unverzichtbar für „Brake-by-Wire“-Systeme, die der Norm ISO 26262 entsprechen.
E132 beschreibt die Kernarchitektur moderner Ein-Box-Systeme: einen Ein-Kreis-Kolben mit Sicherheitsventilen, einen zentralen Drucksensor, eine integrierte Ventildiagnose sowie eine multifunktionale HDS-Steuerung für ABS/ASR/ACC/AEB und Energierückgewinnung.
Die Patentfamilie E141 (angemeldet 2015, nicht in diesem Portfolio enthalten) erweitert die HDS 1.0-/HPC 1.0-Architektur um den Freiheitsgrad der Auslassventile. HDS 2.0/HPC 2.0 kombiniert die Volumensteuerung mit der Zeitsteuerung/PWM der Auslassventile und bildet die Brücke zur E200 Combi-Brake für das autonome Fahren.
Patentfamilien
A2 baut systematisch auf den Grundlagen von A1 auf und bietet zusätzlich Anschlagdynamik, hochdynamische Steuerung, Pedalrückmeldung sowie eine vollständige Integration in einem einzigen Gerät.
MUX-ABSNeuartige MUX-gesteuerte Druckmodulation für das ABS in einem geschlossenen Bremskreis. Kartengestützte Zustandsregelung unter Verwendung von Kolbenhub, Motorstrom und der pV-Kennlinie der Radbremsen. Adaptive, reibungskoeffizientenabhängige Vordruckregelung zur NVH-Optimierung. 13 unabhängige Ansprüche in den Patenten EP, DE und US.
HDS 1.0Kaskadierte Regelarchitektur, die einen gleichzeitigen und teilweise gleichzeitigen Druckaufbau und -abbau ermöglicht – wodurch die sequenzielle Beschränkung des MUX überwunden wird. Der innere Regelkreis steuert die Kolbengeschwindigkeit, die den Druckgradienten direkt bestimmt; der äußere Regelkreis regelt den Solldruck über eine pV-Kurve. Radselektive PWM-Ventilmodulation. 25 Kernpatente in EP, DE, US, CN, IN, KR.
PedalgefühlBetätigungsvorrichtung für ein Brake-by-Wire-System mit Anschluss für einen Fahrsimulator über ein Absperrventil und ein an den Bremskreis angeschlossenes Zufuhrventil. Integriertes Diagnoseverfahren zur Prüfung der Dichtheit des Zufuhrventils durch gezielten Druckaufbau. 13 unabhängige Ansprüche in DE, US und CN.
SensorenKompakte, modulare Integration mehrerer Sensorfunktionen – Pedalweg, Motordrehwinkel, Kolbenposition, Flüssigkeitsstand – direkt in die Bremsbetätigungseinheit auf einer gemeinsamen Leiterplatte mit direkter Verbindung zur Steuereinheit. Dient der Optimierung des Einbauraums, der Kostensenkung und der funktionalen Sicherheit gemäß ISO 26262. 5 eigenständige Ansprüche in DE.
1-Box BbWVollständige 1-Box-BbW-Architektur, bei der der Hauptzylinder den Wegsimulator steuert, während der Bremsdruck durch einen elektrisch angetriebenen Kolben mit einer einzigen Arbeitskammer erzeugt wird. Diese Architektur bildete die Vorlage für moderne elektrohydraulische 1-Box-Bremssysteme. 5 eigenständige Ansprüche; Hauptanmeldung erteilt im Juli 2024, zwei Teilanmeldungen erteilt im Oktober 2025.
Auf einen Blick
| Familie | Priorität | Technologie | Ansprüche | Dokumente | Gerichtsbarkeiten |
|---|---|---|---|---|---|
| E90 | 21. November 2005 | MUX-Druckmodulation | 13 | 4 | EP · DE · US |
| E102 | 13. Februar 2009 | HDS 1.0 – Kolben-Durchflussregelung | 25 | 10 | EP · DE · US · CN · IN · KR |
| E122 | 17. September 2010 | Pedalgefühl-Simulator & Diagnose | 13 | 5 | DE · US · CN |
| E128 | 18. April 2011 | Sensorlösungen und Leiterplattenintegration | 5 | 3 | DE |
| E132 | 15. Februar 2012 | BbW-Systemarchitektur – Kolben | 5 | 4 | DE |
| Insgesamt | 2005–2012 | — | 61 | 26 | EP · DE · US · CN · IN · KR |
Glossar
Die folgende Terminologie basiert auf den Fachpublikationen von IBS Technology (Brake Manual, 5. Auflage; IBS Technology, Leiber/van Zanten 2025) und wird in allen Dokumenten des Portfolios einheitlich verwendet.
Literaturverzeichnis
Die technischen Grundlagen der in diesem Portfolio dokumentierten Innovationen werden in den folgenden Publikationen näher beschrieben.